Glossar

A-D

Akustisches Monitoring

In der sensorgestützten Prozessüberwachung oder zur Feststellung/Bewertung von Produkteigenschaften können Verfahren/Methoden des akustischen Monitorings eingesetzt werden. Anwendungen dafür finden sich z.B. in der Qualitätssicherung oder im Bereich Predictive Maintenance, in denen akustische Signaturen (oder/und auch deren Veränderungen) zur Zustands- und Fehlerüberwachung von Maschinen, Anlagen und Produkten ausgewertet werden. Mehrwerte lassen sich über gesteigerte/hohe Produktqualität und deren Absicherung, sowie weniger/planbare/minimierte Ausfallzeiten generieren. 

Automatische Spracherkennung

Automatische Spracherkennung bezeichnet das Verfahren mit dem Computern das automatische Erfassen von gesprochener Sprache ermöglicht wird. Dies kann zum Beispiel zur Steuerung von Geräten per Sprache oder zur automatischen Transkription von Freitext genutzt werden.

Audiosignalverbesserung

Audiosignalverbesserung beschreibt den Prozess, bei dem akustische Signale so aufbereitet werden, dass eine größtmögliche Qualität am Ort der Verarbeitung entsteht. Die Verarbeitung kann durch den Menschen oder eine Maschine passieren. Zur Audiosignalverbesserung zählen neben der Wahl optimaler Schallwandlerkomponenten mit angeschlossener Digitalisierung und deren Anzahl auch die Verarbeitung durch digitale Signalverarbeitungsalgorithmen. So lassen sich beispielsweise mittels KI-basierter Störgeräuschreduktion Stimmen aus einem Gemisch mit Hintergrundlärm oder eine einzelne, zuvor angelernte Stimme aus einem Stimmengewirr extrahieren. Auf der anderen Seite kann das Zielsignal auch ein anderes als die Stimme sein: z.B. gleichzeitig schnarchende Menschen sollen in einzelne Audiospuren aufgeteilt werden.

Beamforming

Unter Beamforming versteht man eine Signalverarbeitungsstrategie, bei der mehrere Mikrofone in der Art und Weise verrechnet werden, dass der Schall nicht mehr aus allen Richtungen gleichzeitig, sondern aus einer definierten Richtung empfangen wird – im Grunde eine Art Audiofokus. Mit intelligenter Algorithmik oder durch die Nutzenden können bestimmte Richtungen aus denen Audiosignale auf das Mikrofonarray treffen selektiert und verarbeitet werden, sodass beispielsweise bei Telefonkonferenzen das Mikrofon dorthin ausgerichtet wird, wo es gerade benötigt wird - etwa auf die Sprecherin oder den Sprecher. 

Binaurales Hören

Binaurales Hören wird auch als Richtungshören bezeichnet und meint das räumliche Hören mit beiden Ohren. Durch die Verarbeitung der beiden eingehenden akustischen Signale setzt sich ein Höreindruck zusammen. So ist es zum Beispiel möglich die Richtung einer Schallquelle zu verorten oder unterschiedliche Schallquellen voneinander zu trennen. So können wir häufig auch in schwierigen Hörsituationen einer bestimmten Stimme folgen, wenn diese aus einer anderen Richtung eintrifft als die Störgeräusche.

Biomarker

Biomarker für die Medizin oder Biologie sind messbare Parameter biologischer Prozesse, die prognostische oder diagnostische Aussagekraft haben. Dabei kann es sich um messbare Veränderungen z.B, im Blutbild, oder auch solche in kontinuierlichen Datenreihen wie Sprache oder EEG handeln. In unserer Gruppe »Assistive Sprech- und Sprachanalyse« verwenden wir beispielsweise Merkmale des Sprachsignals als Biomarker, die zur Früherkennung und Prävention von Erkrankungen dienen können. Biomarker können hier die Stimme sein, die Sprechgeschwindigkeit oder die Wörter, die eine Person im Alltag nutzt.

Computerlinguistik

Die Computerlinguistik entwickelt und erforscht Modelle, mit denen menschliche Sprache sowohl in mündlicher als auch schriftlicher Form algorithmisch verstanden und interpretiert werden kann. Sie bildet die Schnittstelle zwischen der Sprachwissenschaft und Informatik und wird in der englischsprachigen Literatur häufig als computationals linguistics oder natural language processing bezeichnet.