Intelligente akustische Sensorik

Hören, worauf es ankommt – dank smarter Sensorik


Für die automatisierte Geräuschanalyse von industriellen Prozessen oder Naturereignissen ist die Erfassung von geeigneten Schallfelddaten erforderlich. Um diese Daten in hoher Qualität und mit geringem Messaufwand zu erzeugen, werden intelligente Sensorikkonzepte eingesetzt, die sich automatisch an die Messumgebung anpassen.

Die Entwicklungen des Fraunhofer IDMT auf dem Gebiet der intelligenten akustischen Sensorik ermöglichen eine sehr leistungsfähige Schallfelderfassung und Ereignisanalyse. Je nach Anwendungsfall werden dafür Sensorikkonzepte entwickelt, die aus speziellen Sensoren, dedizierter Elektronik sowie Mess-, Vorverarbeitungs- und Analysemethoden bestehen.

Aktuelles

 

Fachkonferenz I 17. – 20. März 2025 I Kopenhagen

DAS I DAGA 2025

Unsere Fachbeiträge zur 51. Jahrestagung für Akustik

 

Forschungsprojekt

lokalRAIN – Intelligente Niederschlagsmessung

Lokale Regenmessung mit akustischer Sensorik

 

Forschungsaktivität

Was sagt der Fisch?

Akustisches Monitoring von Unterwassergeräuschen zur Optimierung des Aquakulturbetriebs

Forschung

Akustische Prozessbeobachtung

KI-basierte Analyseverfahren unterstützen die Prozessbeobachtung und die frühzeitige Erkennung signifikanter Ereignisse. Dabei kommt auch Sensorik zum Einsatz, die menschliche Sinneswahrnehmungen nachahmt. Um beispielsweise den hohen Informationsgehalt des akustischen Sinneskanals technisch nutzen zu können, ist es erforderlich, dass die Sensorik Schallfelder so (ähnlich) erfasst und auswertet, wie es der Mensch tut.

Erfahrenes Fachpersonal weiß jedoch, auf welche Geräusche z. B. an einer Maschine zu achten ist und blendet Störgeräusche notfalls aus. Dabei wird das Schallfeld häufig auch von verschiedenen Positionen aus angehört. Durch die Kombination von Gehörtem mit Erfahrungswerten kann der Mensch so  sehr schnell die vorherrschende Situation erfassen. In der Praxis ist diese Vorgehensweise jedoch aufgrund vielfältiger Faktoren teilweise nur mit hohem Personalaufwand, Kosten und gegebenenfalls aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen für die Beschäftigten umsetzbar. 

Sensorik für die automatisierte akustische Ereignisüberwachung

Die automatisierte Ereignisüberwachung mittels akustischer Sensorik muss sich hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Kosten gegenüber den bisherigen Methoden beweisen. Die Leistungsfähigkeit ist direkt abhängig von der Menge und Qualität der sensorisch erfassten Messdaten. Die Sensorik muss daher beste Datenqualität bei überschaubarem Installationsaufwand und geringen Betriebskosten liefern. Darüber hinaus sollte sie die Datenerfassung weitgehend autonom durchführen, um personelle Ressourcen zu schonen.

Das Potenzial, die Sensorik in mobile Plattformen (z. B. Fahrzeuge, Robotersysteme oder Drohnen) zu integrieren, bedingt neben der Automatisierung des Messvorgangs auch geringe Hardwareabmessungen und einen möglichen Batteriebetrieb. So können auch schwer zugängliche Messpositionen dynamisch eingenommen oder zeitlich und räumlich ausgedehnte Ereignisse analysiert werden (Fernwartung). Ebenso bietet sich die Möglichkeit der tageszeit- und personalunabhängigen Messung insbesondere für Langzeitbeobachtungen an.

Eine akustische Sensorik zeichnet sich aus durch:

  • Automatisierung der Messdatenerfassung
  • Selbstkalibrierende Erfassung in kurzer Zeit
  • Intelligente Signalverarbeitung zur Analyse des erfassten Schallfelds
  • Echtzeitanalyse der Datenqualität und Rückkopplung in den Messvorgang
  • Auswahl der Messpunkte und Anpassung der Sensoreigenschaften auf Basis vorhergehender Analyseergebnisse
  • Aufbereitung der Daten zur Weiterverarbeitung über universelle Schnittstellen/Plattformen (Usability)

Akustische Sensorikkonzepte mit Hardware, Software und Prozessen

Die Entwicklung der Sensorikkonzepte erfolgt unter den Rahmenbedingungen einer leistungsfähigen, aufwandsarmen und kostengünstigen Realisierung der automatisierten Ereignisüberwachung. Kennzeichnend hierfür sind u.a. Eigenschaften wie:

  • Einsatz kostengünstiger MEMS-Sensoren
  • energie- und datensparender Betrieb (Datenaufzeichnung/-übertragung/-verarbeitung nur bei relevanten Ereignissen)
  • verbesserte Messroutine durch automatische Rückschlüsse aus vorherigen Analyseergebnissen
  • Automobile Sensorplattform (Fahrzeuge, Robotersysteme oder Drohnen)
  • Nutzung universeller Schnittstellen zwischen Sensor und Datenverarbeitungseinheit